Geschichte
Vom Boxclub Unterlauchringen zum Boxring Klettgau
1955 – Die Gründung
1955 kamen die Brüder Arnold und Horst Schendel als Umsiedler aus der damaligen DDR an den Hochrhein. Die beiden Amateurboxer bekamen beim Turnverein Unterlauchringen die Möglichkeit, ihren Sport weiter aktiv zu betreiben – und das Boxen kam an. Immer mehr Interessierte fanden den Weg in die Halle, und so konnte bereits am 25. April 1955 der Boxclub Unterlauchringen als Abteilung des Turnvereins gegründet werden.
Gründungsmitglieder: Arnold Schendel, Horst Schendel, Inge und Willi Zarte sowie Manfred Hoffmann. Neue Mitglieder aus dem ganzen Kreis Waldshut kamen hinzu. Trainer Arnold Schendel führte die Boxer von Jahr zu Jahr zu großen Erfolgen: 1956 holte Wolfgang Hefele den ersten Südbadischen Meistertitel für den jungen Verein, 1957 wurden Herbert Dambach und Peter Matt Südbadische und Süddeutsche Juniorenmeister. Mit Werner Günther kam ein ehemaliger DDR-Boxer zum Verein, der später auch als Trainer zur Verfügung stand.
1958 folgte die Umbenennung in „Boxring Klettgau“ mit Sitz in Tiengen. Herbert Dambach und Klaus Dieter Pettke nahmen 1961 und 1963 an den Deutschen Meisterschaften teil, die Liste der Südbadischen Meister wurde immer länger. Hermann Dambach war von 1959 bis 1965 erster Vorsitzender des Boxring Klettgau.
1965 – Neue Talente, neue Titel
1965 geriet der Verein in eine Krise – doch Nikolaus Heidt als 1. Vorsitzender, Ernst Maier als Kassier und Edwin Schlatter als „Mädchen für alles“ führten den Boxring zu weiteren Höhepunkten. Auch in den Verbandsgremien war der Verein vertreten: Edwin Schlatter war fünf Jahre Jugendwart von Südbaden, Arnold Schendel Landestrainer, Hermann Dambach saß in den Ausschüssen.
Mit Gerhard Grether, den Gebrüdern Voss, Herbert Ast sowie den Gebrüdern Wanka und Bruchholz wuchsen viele Talente heran. Peter Voss wurde 1968 Süddeutscher und 3. Deutscher Juniorenmeister und gehörte zum Olympia-Aufgebot. Klaus Dieter Pettke holte 1967, 1968 und 1969 den Südbadischen Meistertitel im Schwergewicht. 1970 war der Boxring Klettgau mit sieben gewonnenen Titeln erfolgreichster Meisterschaftsteilnehmer.
1971 – Länderkämpfe in Tiengen
1971 übernahm Edwin Schlatter Vorsitz und Geschäftsführung. Gerhard Grether gewann die Deutschen Militärmeisterschaften, wurde 1972 Vierter bei der Militärweltmeisterschaft und 1972, 1975 und 1978 jeweils 3. Deutscher Meister. Er boxte in der Oberliga, der 2. und der 1. Bundesliga (Worms) und stand 1978 in der Nationalmannschaft.
Neben den Boxveranstaltungen im südbadischen Raum organisierte der Verein große Länderkämpfe in Tiengen – unter anderem gegen Dänemark, die Schweiz, Irland und Ungarn. Vergleichskämpfe führten nach München, Salzburg, Wilhelmshaven, Blois in Frankreich, in die Schweiz, nach Südtirol und Vorarlberg; Heimstarts gegen Mannschaften aus Saarbrücken, München, Remscheid, Italien, der Schweiz, Österreich, Frankreich und der Bundeswehr gehörten fast schon zur Pflicht. Deutsche und internationale Spitzenboxer wie René Weller, Peter Hussing, Horst Rascher, Günter Meier, Markus Bott, Alexander Künzler, Markus Indlekofer und Harald Sixt kämpften im Tiengener und Waldshuter Ring. 1974 wurde Roland Bruchholz 3. Deutscher Juniorenmeister und erster Nationalboxer des Vereins bei den Junioren.
1980er – Nachwuchs und Bundesliga
1980 übernahm Gerhard Grether das Traineramt, von 1981 bis 1990 führte Wolfgang Weber den Verein als 1. Vorsitzender. Viele Schwyzertag- und Chilbi-Boxveranstaltungen gingen in dieser Zeit über die Bühne, 1984 ein Länderkampf Deutschland – Ungarn in der Stadthalle Waldshut-Tiengen.
1981 kam Thomas Grether zum Verein und brachte den Boxring mit seinen Erfolgen erneut nach vorn: 1988 wurde er 2. Deutscher Juniorenmeister, später boxte er in der 2. Bundesliga (Esslingen) und in der Oberliga für Singen. Klettgau-Boxer wurden als Verstärkung von verschiedenen Bundesligaclubs verpflichtet. Vergleichskämpfe mit den neuen Bundesländern brachten Hertha BSC, Cottbus und Eintracht Berlin nach Waldshut-Tiengen.
2000er – Jubiläum und neue Generation
2001 konnte mit Ergün Gültekin ein Kickbox-Weltmeister verpflichtet werden, der über 30 Kämpfe für den Verein bestritt, bis ihn 2005 eine Verletzung zum Aufhören zwang. Halbmittelgewichtler Christoph Weber wurde mehrfach Südbadischer, Badischer und Süddeutscher Meister, boxte in der Oberliga für Singen und wurde 2002 zum Sportler des Jahres gewählt. Als Trainer kamen Franz Kimmel (1996), Tohid Sabery (2000) und Engelbert Brillowski (2001) hinzu.
2005 feierte der Boxring Klettgau an zwei Tagen sein 50-jähriges Jubiläum. Die Jugendboxer Davide Faraci und Patrick Löwert wurden 2006 Südbadische und Badische Meister, Patrick Löwert zudem Süddeutscher Meister. 2008 holten Kevin Kraus und Isah Bajrami die Südbadischen und Badischen Titel, 2009 Fevzi Gören den Südbadischen Meistertitel.
Heute
2015 feierte der Verein sein 60-jähriges, 2025 sein 70-jähriges Bestehen. Das Boxen in der Stadthalle Tiengen ist bis heute fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders – und die nächste Generation trainiert dienstags und donnerstags in der Hans-Thoma-Schule.
1. Mannschaft 1957 – Trainer Schendel, Vorsitzender Zarte
Boxen in der Stadthalle Tiengen
Boxer des Boxring Klettgau
Erstmals beim Boxring Klettgau
Die „Ersten“ der Vereinsgeschichte – erfasst bis 1991, wird fortgeschrieben.
| 1956 | Erster Meistertitel für den BRK – Wolfgang Hefele |
| 1957 | Erster Süddeutscher Meistertitel – Herbert Dambach und Peter Matt |
| 1961 | Erster Boxer bei den Deutschen Meisterschaften – Herbert Dambach |
| 1961 | Erste DABV-Trainerlizenz und erster Landestrainer des SBABV – Arnold Schendel |
| 1967 | Erster Boxer mit über 100 Kämpfen – Edwin Schlatter |
| 1967–69 | Dreimal in Folge Meister in einer Klasse – Klaus Dieter Pettke |
| 1968 | 3. Deutscher Meister und Olympia-Aufgebot – Peter Voss |
| 1971 | Erster Boxer bei den Militärweltmeisterschaften – Gerhard Grether |
| 1974 | Erster Nationalboxer der Junioren und erster Länderkampf in Tiengen (Deutschland – Irland) – Roland Bruchholz |
| 1978 | Erster Boxer in der 1. Bundesliga und Nationalboxer der Senioren – Gerhard Grether |
| 1982 | Erster Boxer mit über 300 Kämpfen – Gerhard Grether |
| 1988 | 2. Deutscher Juniorenmeister – Thomas Grether |
| 1989–91 | 2. Bundesliga (Esslingen) und Oberliga (Singen) – Thomas Grether |
